September 2015 - Clara Schumann

Künstlerin des Monats September 2015 - Clara Schumann

Lithographie von Andreas Staub 1838                       Fotografie 1887
aus: Monica Steegmann: Clara Schumann,               aus: Monica Steegmann: Clara
        Hamburg 2007, S. 41.                                         Schumann, Hamburg 2007, S.
                                                                                     135.

 

Clara Schumann: geb. 13. September 1819 in Leipzig; gest. 20. Mai 1896 in Frankfurt am Main; Pianistin, Komponistin

Wenige Monate vor Claras fünften Geburtstag trennten sich ihre Eltern und sie wuchs bei ihrem Vater Friedrich Wieck auf. In diese Phase fällt auch der Beginn ihres Klavierunterrichts bei ihrem Vater. 1828 begann Clara Wieck eine Wunderkind-Karriere. Ihre Karriere als Pianistin sollte bis 1891 andauern. Ihren internationalen Durchbruch erlebte sie im Winter 1837/1838 in Wien. Bereits im Teenageralter spielte sie die "fortschrittliche" Musik von Chopin, Mendelssohn und ihres zukünftigen Ehemanns, Robert Schumann.

Clara Schumann verkörperte schon früh einen Künstlertypus, der geprägt war von Fachkompetenz, authentischer Interpretation, technischer Brillanz, Ernsthaftigkeit und auch persönliche Bescheidenheit. Sie bewahrte sich diese Konstanten ein ganzes Leben lang.

Nach der Hochzeit mit Robert Schumann 1840 führte Clara Schumann ihre Karriere fort, wenn auch in reduzierten Umfang. Ihr gelang woran viele junge Künstlerinnen scheiterten, nach der Wunderkindzeit weiterhin öffentlich zu konzertieren und das erfolgreich. 1856, im Todesjahr ihres Mannes, unternahm Clara Schumann erstmals eine Tournee nach England und konnte so ihren internationalen Wirkungskreis weiter ausbauen. Bis 1888 konzertierte sie regelmäßig in England.  Des Weiteren leitete sie von 1878 bis 1892 eine Klavierklasse am Konservatorium in Frankfurt am Main. Bis zu ihrem letzten öffentlichen Auftritt 1891 konnte sie sich öffentlich auf dem Konzertpodium behaupten.

Clara Schumann genoss als Kind eine exklusive Privaterziehung mit reformpädagogischen Ansätzen. Neben den allgemeinen Grundlagenfächern zählten Klaviertechnik, Improvisation, Analyse, Satzlehre, Gehörbildung, Kontrapunkt Gesang, Violine, Englisch und auch Französisch dazu. Die Ausbildung am Klavier übernahm ihr Vater Friedrich Wieck und für die übrigen Fächer wurden verschiedenen Lehrer engagiert.

Begründet durch die frühe Selbstständigkeit erlangte Clara  bereits mit 20 Jahren einen ungewöhnlichen Grad an finanzieller, künstlerischer und persönlicher Autonomie, der immer wieder mit den Weiblichkeitsbildern der Zeit kollidierte.

 

Quellen:
Klassen, Janina: Clara Schumann. Musik und Öffentlichkeit, Köln [u.a.] 2009.
Klassen Janina: Schumann, Clara (Josefine), in: Lexikon Musik und
            Gender
, hg. von Annette Kreuziger-Herr und Melanie Unsfeld, Kassel
            2010, S. 462-463.
Steegmann, Monica: Clara Schumann, Hamburg 2007.