März 2018 - Marie Pachler-Koschak

Künstlerin des Monats März 2018 - Marie Pachler-Koschak

Marie Leopoldine Pachler-Koschak, geboren am 2. Februar 1794 in Graz, gestorben am 10. April 1855 ebenda, Komponistin, Pianistin und Salonière

Die Komponistin, Pianistin und Salonière Marie Pachler-Koschak wurde am 2. Februar 1794 in Graz in ein bürgerliches und kulturinteressiertes Elternhaus hineingeboren. Der Vater, Adalbrand Koschak, ein aus Slowenien stammender Rechtsanwalt, und die aus der Wiener Großhändlerfamilie Ruard stammende Mutter Therese förderten das musikalische Talent ihrer Tochter und ermöglichten ihr eine umfangreiche Musik- und Allgemeinbildung.[1] Die umfassende Ausbildung, die das Mädchen erhielt, war zu dieser Zeit keineswegs selbstverständlich und nur dem gutsituierten Bürgertum vorbehalten. Denn die Bestimmung der Mädchen war es, auf die Rolle der Hausfrau und Mutter vorbereitet zu werden, so wurde ihre Erziehung schon von Kindesbeinen dahingehend ausgerichtet. Die Eltern von Marie Pachler-Koschak führten in ihrem Haus in Graz einen Salon, in dem sich ein Kreis von Künstlern, Literaten, Musikern und Juristen traf – es wurden Lesezirkel abgehalten, fremdsprachige Literatur rezipiert, Theaterstücke aufgeführt und musiziert.[2]

Der Salonbesucher Julius Schneller, Professor der Geschichte am Grazer Lyzeum, wurde auf die junge Marie und ihr musikalisches Talent aufmerksam und trug wesentlich zur Bildung und Entwicklung des Mädchens bei – so brachte er ihr beispielsweise auch die Werke Schuberts und Beethovens näher.[3] Das kulturelle Umfeld, ihr Talent und die umfangreiche Ausbildung in Klavier und Gesang hätten zu einer außergewöhnlichen Karriere als Musikerin führen können, doch der Traum,  Pianistin zu werden und als Berufsmusikerin zu reüssieren, zerbrach mit dem Finanzpatent 1811, bei dem die Familie den Großteil ihres Vermögens verlor und somit ein Leben im Wohlstand und eine Weiterführung des Salons nicht mehr möglich waren.[4] Obwohl die Möglichkeit einer Künstlerkarriere für Marie Pachler-Koschak bestand, da ein wohlhabender Triester Kaufmann namens Preshern dem talentierten Mädchen ermöglichen wollte, die Ausbildung und die kostspieligen Reisen zu finanzieren, ging Marie Pachler- Koschak auf die Bitte ihrer Mutter ein, bei den Eltern zu bleiben, da der Vater schwer erkrankt war und im Jahre 1814 verstarb.[5]

Durch die Eheschließung mit dem Advokaten und Bierbrauer Carl Pachler im Jahre 1816, konnte ihre finanzielle Versorgung gesichert werden, und die Traditionen ihres Vaterhauses im Pachlerschen Haus in der Herrengasse Nr.258 fortgeführt werden.[6]

Kontakt hatte Marie Pachler-Koschak auch mit Ludwig van Beethoven, dessen Werke sie sehr schätzte und bereits im Alter von elf Jahren bei musikalischen Akademien, im Hause ihres Vaters zum Besten gab.[7] Auf Vermittlung ihres Schwagers Anton Pachler konnte Marie Pachler-Koschak mit Beethoven in Kontakt treten und diesen im Jahre 1817 in Wien persönlich treffen.[8]

Zu den Gästen, die im Salon Pachler verkehrten, zählte auch Franz Schubert, der vom 3. bis zum 20. September 1827 im Hause Pachler wohnte, und auch bei einem Wohltätigkeitskonzert auftrat, das vom Grazer Musikverein organisiert wurde.[9] Auf Wunsch der Gastgeberin komponierte Schubert den Marsch in G-Dur mit Trio für Klavier zu vier Händen, den Marie Pachler-Koschak gemeinsam mit ihrem 1819 geborenen Sohn Faust Pachler zum Namenstag von Carl Pachler zur Aufführung brachte.[10]

 


[1]Vgl. Georg, Locher: Der Salon Marie Pachlers- Ein Beitrag zur Österreichischen Elitenforschung, Diss. masch., Graz 1992. S. 8.

[2] Vgl. Ibid.

[3]Vgl. Hans, Lohberger: Marie Koschak-Pachler und die Untersteiermark. in:  Blätter für Heimatkunde, hrsg. vom Historischen Verein für Steiermark, Graz 1963, S.177.

[4] Ibid. S.178.

[5] Ibid.

[6] Vgl. Georg, Locher: Der Salon Marie Pachlers- Ein Beitrag zur Österreichischen Elitenforschung, Diss. masch., Graz 1992. S.11.

[7] Vgl. ibid. S.117.

[8] Vgl. ibid. S.121.

[9] Vgl. ibid.S.125.

[10] Vgl. ibid.S.127.

 

vgl. weitere Informationen zu Marie Pachler-Koschak bei:

Ingeborg Harer, Art. Marie Pachler-Koschak, https://mugi.hfmt-hamburg.de/Artikel/Marie_Pachler (zuletzt aufgerufen am 26.01.2018)

Ingeborg Harer, Art. Pachler, Familie, http://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_P/Pachler_Familie.xml;internal&action=hilite.action&Parameter=marie%20pachler (zuletzt aufgerufen am 26.01.2018).