Jänner 2015 - Francesca Caccini

Künstlerin des Monats Jänner 2015: Francesca Caccini

Francesca Caccini: geb. 1587 in Florenz; gest. ca. 1645 in Florenz, Sängerin und Komponistin

Francesca Caccini erhielt von ihrem Vater Giulio Romolo, einem Mitglied der Florentiner Camerata, Unterricht in Komposition und Gesang. Seit Beginn des 17. Jahrhunderts trat sie als Sängerin, meist gemeinsam mit ihrer Familie, am florentinischen Hof auf. Sie trug den Beinamen La Cecchina (Der Star), vermutlich wurde ihr dieser Beiname wegen ihres Gesangs gegeben. 1604/05 war Francesca Caccini in Paris so erfolgreich, dass der französische König, Heinrich IV., sie in seine Dienste nehmen wollte. Allerdings kehrte sie mit ihrer Familie nach Florenz zurück.

Seit 1607 komponierte sie, wie ihr Vater, ganz offiziell für den Hof der Medici in Florenz. In diesem Jahr heiratete sie auch Giovanni Battista Signorini. In den 1620er Jahren war sie die höchstbezahlte Musikerin der Medici. Francesca Caccini arbeitete ab 1621 für die Großherzogin Maria Magdalena von Österreich, die von 1621 bis 1628 Regentin für ihren noch minderjährigen Sohn war.

Als Caccinis Mann 1626 starb, heiratete sie ein Jahr später den Aristokraten Tomaso Raffaelli und zog mit ihm nach Lucca. Nach dessen Tod kehrte sie wieder nach Florenz zurück und war ab 1633 bis1637 wieder im Dienst der Medici.

Die Noten zu einem Großteil ihrer Werke sind verschollen. Ihr bedeutendstes Werk ist La liberzione die Ruggiero dall'isola d'Alcina. Dieses Werk ist zudem das erste erhaltene musiktheatralische Werk komponiert von einer Frau. Ihr Werk umfasst u.a. auch Ballettmusiken, Intermedien und Karnevalsmusiken.

 

Am 21. Jänner um 18 Uhr findet im Palais Meran (Zi. 24) ein Gastvortrag von Christine Fischer (Basel) über Francecsa Caccini statt!

 

Quelle:
Herr, Corinna: Caccini, Francesca, in: Lexikon Musik und Gender, hg. von Annette Kreutziger-Herr und Melanie Unseld, Kassel 2010, S. 162-163.