Erste Maihälfte 2016 - Dora Pejačević

Künstlerin des Monats der ersten Maihälfte - Dora Pejačević

Dora Pejačević, geboren am 10. September 1885 in Budapest, Ungarn; gestorben am 5. März 1923 in München, Deutschland. Komponistin.

Sie wuchs als kroatische Gräfin auf dem Familiensitz in Našice (Slowenien) auf und studierte Violine, Instrumentation und Komposition in Zagreb, Dresden und München, wo sie nach ihrer Heirat ab 1921 auch lebte. In Dresden nahm sie Privatstunden in Kontrapunkt und Komposition bei Percy Sherwood und in Violine bei Hans Petri. 1911 übersiedelte sie nach München  und setze ihr Kompositionsstudium bei Walter Courvoisier fort. Im Wesentlichen war sie jedoch Autodidaktin. Sie suchte stets Anregungen im Gedankenaustausch mit anderen KünstlerInnen.

Zu ihren Bekannten zählten u.a. die Bildhauerin Clara Rilke-Westhoff, die Pianistin Alice Ripper, Karl Kraus und Rainer Maria Rilke. Dora Pejačević entwickelte eine authentische musikalische Sprache auf ihrem Weg von der späten Romantik bis hin zum Expressionismus. Gleichermaßen wie die Werke ihrer männlichen Zeitgenossen (Blagoje Bersa, Josip Hatze usw.) konstituierte ihr Opus die kroatische Moderne. Die Komponistin Dora Pejačević komponierte in einer – wie sie selbst sagte – „Trance der musikalischen Besessenheit“.

Ihre Werke, von denen sie nur wenige publizierte, erlebten Aufführungen sowohl in ihrer Heimat als auch im europäischen Ausland. Völlig zu Unrecht gerieten die Werke nach ihrem frühen Tod in Vergessenheit. Die in den letzten Jahren einsetzende kleine Renaissance ist vor allem Koraljka Kos als Autorin der Pejačević-Biographie zu verdanken.

 

Quelle:

www.mic.hr/composer/dora/composer_articles/bio