August 2016 - Angélica Castello

Künstlerin des Monats August 2016 - Angélica Castello

© Oliver Hangl

 

Angélica Castelló: geb. 1972 in México City, Blockflötistin, Komponistin, Improvisatorin, Klangkünstlerin, Kuratorin, Lehrerin

Angélica Castelló studierte Musik am Conservatorio Nacional de México, an der Université de Montréal, am Conservatorium van Amsterdam, am Konservatorium der Stadt Wien und am Institut für Elektroakustische und Computer Musik der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo sie auch seit 1999 lebt und unterrichtet. 

Obwohl sie der alten Musik treu geblieben ist, steht im Zentrum ihrer Arbeit die neue und elektroakustische Musik: Mitgründung der Ensembles Low Frequency Orchestra, frufru (mit Maja Osojnik), cilantro (mit Billy Roisz), subshrubs (mit Katharina Klement, Tamara Wilhelm und Maja Osojnik) und Chesterfield (mit Burkhard Stangl). Mit diesen Ensembles und anderen MusikerInnen (u.a. Olga Neuwirth, Wolfgang Mitterer, Martin Siewert, John Butcher, Dafne Vicente-Sandoval, Franz Hautzinger, Isabelle Duthoit, dieb13, Jerome Noetinger, Mario de Vega, Kazu Uchihashi) trat sie bereits in Europa und Amerika auf. 

Als Komponistin schreibt sie für ihr eigenes Instrumentarium (vornehmlich Paetzold-Subgroßbassblockflöte mit und ohne Elektronik), für Ensembles (u. a. Danubia Saxophonquartett, Haydn Piano Trio) sowie für Theater und Tanz. Zahlreiche KomponistInnen wie Hilda Paredes, Daniel de la Cuesta, Katharina Klement, Burkhard Stangl, Jorge Sánchez-Chiong Mario Lavista u. a. arbeiteten mit Angélica Castelló oder widmeten ihr neue Werke.

Seit einigen Jahren tritt Castelló auch mit installativen Arbeiten, die an der Schnittstelle zwischen Musik, Performance und bildender Kunst angesiedelt sind, hervor (Electroaltar, Electroalter for J.C., Electroaltar für C.N., Margarita´s Stillleben Theater).

Castellós Debutalbum Bestiario vereint die Vielschichtigkeit ihres musikalischen Schaffens. Ausgangsmaterial für ihre Werke liefern ihr Aufnahmen ihres eigenen Instruments, in denen sie Flötenklänge teils bis zur Unkenntlichkeit bearbeitet und kombiniert dies mit vielfach verformten Fragmenten einmal elektronisch erzeugten oder anderweitig gefundenen akustischen Elementen zu einem musikalischen Gebilde, in dem sich mehrere Ebenen überlagern. In diesen zeitgenössischen Arbeitsweisen der elektronischen Verarbeitung verwebt sie aber auch bereits bestehende Werke anderer Komponisten wie etwa Bach und verweist auf ihre Tätigkeit als Interpretin Alter Musik. Wenngleich zusätzliche Inspirationsquellen etwa aus Literatur und bildender Kunst oft konkreten Ursprungs sind, verleiten diese Castelló zu einer abstrakten Auseinandersetzung mit Themen wie dem Tod oder dem Umgang mit traumatischen Erlebnissen. Breit gefächerte Klangkombinationen, deren Bestandteile sich stetig und teilweise gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen bewegen, halten Kontinuität ebenso wie Überraschung bereit und fördern bei mehrmaligem Hören immer wieder einen neuen Blick auf die Vertonungen aus Literatur, dem Tierreich oder dem alltäglichen Leben zutage. 

 

Werkauswahl: 

la sonrisa de tamina (2015):
 For violin, viola, cello, contrabass and surprises
comisioned by the styriarte 2015 for the solistInnen des styriarte festspiel-orchesters


severina <oder das seeungeheuer> (2015): For bass flute, bass clarinet, trombone, piano, violin, viola, cello and contrabass
composed for the Ensemble Reconsil


sonic blue (2013): 
For subgreatbass paetzold recorder, tape, radios and electronics
commissioned 

principio sin título (2013): 
For piano trio
commissioned by haydn piano trio Eisenstaedt

mein schlaf ist ins wasser gegangen (2012): For soprano, mezzo-soprano, tenor, baritone, bass, crotales und stones


 

Quellen:
http://www.musicaustria.at/angelica-castello-im-portraet/
castello.klingt.org