August 2013 - Ella Flesch

Künstlerin des Monats August 2013: Ella Flesch - Opernsängerin

 

Die hier vorgestellte Künstlerin des Monats August, Ella Flesch, die u.a. an der Grazer Oper beschäftigt war, musste aufgrund ihres jüdischen Glaubens 1938 in die USA emigrieren. Ihre Biographie ist Teilergebnis eines Forschungsprojektes der Studentinnen Sophie Leithold, Simone Leski und Anna Semlitsch, das im Rahmen der im Sommersemester 2013 von Christa Brüstle und Anna Benedikt (ZfG) veranstalteten Lehrveranstaltung „Verfolgte Musikerinnen in der NS-Zeit. Überleben durch Emigration und Exil - auf Spurensuche in Graz und in der Steiermark“ bearbeitet wurde. Die teilnehmenden Studierenden wurden angeregt, eigene Arbeitsprojekte zu entwickeln und für diese Nachforschungen in drei Grazer Archiven – dem Archiv der Grazer Oper, dem Archiv der Kunstuniversität Graz sowie dem Steiermärkischen Landesarchiv – anzustellen.

Herzlichen Dank für die freundliche Unterstützung an: Frau Dr. Mag. Elke Hammer-Luza MAS vom Steiermärkischen Landesarchiv, Frau Dr. Mag. Susanne Kogler vom KUG-Archiv, Herrn Ulrich Winkler vom Archiv der Grazer Oper sowie Herrn Dr. MMag. Helmut Brenner

 

Quelle: edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7803690/ Stand: 02.Juli 2013

 

 

Ella Flesch - Sopran


* 16.06.1900 in Budapest
06.06.1957 in New York


Sie war eine Nichte des Geigers Karl Flesch. Sie studierte in Budapest und Wien und debütierte 1922 an der Staatsoper Wien als Aida. 1922-1925 sang sie an der Wiener Staatsoper, 1925-1930 an der Müchner Staatsoper. Hier übernahm sie anfänglich Koloraturrollen, sogar die Königin der Nacht in der Zauberflöte, wandte sich dann aber dem dramatischen Stimmfach zu und trat als Salome von Richard Strauss, als Venus im Tannhäuser, als Octavian im Rosenkavalier und in vielen anderen Partien auf. Unter anderem sang sie in München die Aithra in der Premiere der Ägyptischen Helena von Richard Strauss. 1930-1933 war sie am Opernhaus von Leipzig engagiert. 1933 musste sie als Jüdin Deutschland verlassen und dann 1933-1934 am Deutschen Theater in Brünn, 1935-1936 am Theater von Graz und 1936-1938 an der Wiener Staatsoper tätig. 1938 ging sie für zwei Spielzeiten an das Stadttheater von Basel, dann wanderte sie nach Nordamerika aus, wo sie 1946 an der City Centre Opera New York als Ariadne auf Naxos von Richard Strauss auftrat und 1947 an die New Yorker Metropolitan Oper berufen wurde. Dort debütierte sie als Salome und hatte dann als Santuzza, als Tosca und in den Sunday Night Concerts des Hauses viel beachtete Erfolge. Leider beendete ein schwerer Autounfall bereits 1948 ihre Bühnenkarriere. Später lebte sie als Pädagogin in New York.

Aus: Kutsch, K.J./Riemens, Leo: Großes Sängerlexikon. Erster Band: A-L. Bern 1987, Sp. 953.