Anna Hansa

Anna Hansa

Anna Hansa
Anna Hansa mit Joseph Marx 1912

 

Anna Hansa (1877-1967), Tochter des Pulverfabrikbesitzers Anton Jahn und Elisabeth Jahn (geboren Schlick)[1] war treue Lebensgefährtin des Komponisten Joseph Marx und gleichzeitig die Sängerin, die ihm zu seinem Durchbruch in Österreich verhalf, als sie seine Lieder im Mai 1909 im Saal des damaligen Klavierhauses Leo Krochmal in der Hans-Sachs-Gasse vor geladenem Publikum vortrug. Darauf folgten ein Debussy-Marx-Abend im Richard-Wagner-Verein und ein Kompositionsabend im Stephaniensaal im Jahre 1910 bei denen sie ebenfalls als Interpretin mitwirkte.[2] Es startete für Marx eines der wichtigsten Jahre in seinem Schaffen, denn durch den darauffolgenden Druck seiner Lieder wurde er auch in ganz Europa und den USA bekannt.[3] 

Verheiratet war Anna Hansa mit dem Arzt Dr. Friedrich Hansa, Gründer des Sanatoriums Hansa (damals Sanatorium Gondola) in Graz[4], mit dem sie auch eine gemeinsame Tochter (Elisabeth) bekam. Dr. Friedrich Hansa wusste von der Liebschaft zwischen Anna und Joseph Marx und duldete diese auch – die Ehe blieb bis zu seinem Tod 1941 bestehen.[5]

Ein Dreh- und Angelpunkt für die Hansa-Marx-Beziehung war das Landhaus in Grambach bei Graz, welches bis ins Jahr 1952[6] im Hansa Familienbesitz war. Anna Hansa und Joseph Marx verbrachten gemeinsam viel Zeit in dieser ruhigen, ländlichen Umgebung und Marx, genannt „Pepo“, nutzte die Zeit dort zum Erholen und Komponieren. Das Landhaus diente zusätzlich als Treffpunkt vieler berühmter Persönlichkeiten aus der Künstlerszene (u.a. Wilhelm Kienzl, Anton Wildgans, Clemes Kraus und Karl Böhm, welcher der Bruder ihres Schwiegersohnes Dr. Walter Böhm war).[7] Leider ist das Gästebuch dieses Hauses, welches als hochinteressante Quelle für das Leben von Anna Hansa und Joseph Marx dienen würde, verschollen.[8]

Anna Hansa war nach dem Ableben von Joseph Marx immer sehr darum bemüht, sein Erbe nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und gestaltete in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Schaffler, damalige Leiterin des Grazer Stadtmuseums, 1965 eine Sonderausstellung im Schloss Eggenberg, in dem neben Fotographien, Ehrungsurkunden und Manuskripten von Joseph Marx, auch originale Möbel des Komponisten ausgestellt wurden.[9]

Im Jahr 1958 wurde Anna Hansa die Ehrenmitgliedschaft des Musikvereins Graz überreicht[10] und sie verband auch bis zu ihrem Tod 1967 eine enge Verbindung zu Reinhold Portisch und dem Musikverein.

 


[1] Grab der Familie in der Marktgemeinde Peggau.

[2] Rudolf List, Steirischer Kalender, in: Südost-Tagespost vom 5. Mai 1977, S. 4.

[3] Joseph-Marx-Gesellschaft, Joseph Marx: Leben & Werk [online verfügbar; URL: www.joseph-marx-gesellschaft.org/de/joseph-marx.html, 18.12.2017].

[4] Hansa Privatklinikum Graz, Die Geschichte des Privatklinikums [online verfügbar; URL: www.privatklinikum-hansa.at/privatklinikum/die-geschichte-des-privatklinikums/, 16.12.2018].

[5] Joseph-Marx-Gesellschaft, Joseph Marx: Leben & Werk [online verfügbar; URL: www.joseph-marx-gesellschaft.org/de/joseph-marx.html, 18.12.2017].

[6] Joseph-Marx-Gesellschaft, Joseph Marx: Leben & Werk [online verfügbar; URL: www.joseph-marx-gesellschaft.org/de/joseph-marx.html, 18.12.2017].

[7] Joseph Marx – ein steirischer Komponist in Grambach, in: Grambacher Ortschronik, S. 90.

[8] Aus einem Gespräch mit Leopold Tscherne, Urenkel von Anna Hansa.

[9] O.V., Gedenkstätte für Joseph Marx, in: Südost-Tagespost vom 14.11.1965, S. 11.

[10] Susanne Flesch, Die Ehrenmitglieder des Musikvereins für Steiermark [online verfügbar; URL: www.musikverein-graz.at/wp-content/uploads/2015/03/Ehrenmitglieder-Liste-Homepage_20.3.15.pdf, 18.12.2017]