Lehrveranstaltungsangebot im WS 2019/2020

Lehrveranstaltungsangebot im WS 2019/2020

erstellt am 20. September 2019

Das Zentrum für Genderforschung bietet im WS 2019/2020 folgende Lehrveranstaltungen an:

 

 

Diversität und Musikwissenschaft FWF (Übung)
Mag.phil Anna Benedikt MA Ph.D.
Reiterkaserne 1.OG, Zi. 137

 

Mit Diversität wird in gesellschaftlichen und politischen Diskursen auf die positive Anerkennung von menschlicher Vielfalt und von heterogenen Lebensentwürfen verwiesen. Was bedeutet dieses Konzept aber in Bezug auf Musik? Welche Rolle spielt Inklusion darin? Wie können die verschiedenen Diversitätsdimensionen (Geschlecht, Alter, physische/psychische Fähigkeiten, Herkunft etc.) im Bereich der Musik Berücksichtigung finden? Welche Relevanz haben diese Begriffe für musikwissenschaftliche Forschung? Was zeichnet diversitätssensible Musik- oder Theaterprojekte aus und wie lassen sich solche umsetzen?

Diese und weitere Fragen werden im Rahmen der LV bearbeitet. Dabei werden wir uns gemeinsam mit unterschiedliche Theorien und Konzepten beschäftigen (z.B. Transkulturalität, Disability Theory, Inklusionstheorien etc.). Danach werden wir uns einzelnen Diversitätskategorien (Alter, Behinderung, Geschlecht, Ethnizität, Hautfarbe, sexuelle Orientierung) widmen und gemeinsam untersuchen, wie diese in musikwissenschaftlicher Forschung Berücksichtigung finden können.

Ziele:

-Diversität wird als Konzept verstanden
-Theorien und Konzepte aus unterschiedlichen Forschungsrichtungen können damit verknüpft werden
- Diversitätssensible musikwissenschaftliche Forschung wird exemplarisch aufgezeigt



Verbalisieren von Musik (Übung)
Nadine Scharfetter BA MA
Palais Meran, Seminarraum Zi. 24

Musik beschreiben, erklären, beurteilen sind wichtige Aufgaben der Kunst- und Kulturvermittlung und damit zusammenhängend Grundlage vieler neuer Berufsfelder. Die Aufmerksamkeit des Seminars gilt der Qualität fachbezogenen Schreibens, wobei die vielfältigen Modelle der Annäherung an den musikalischen Gegenstand aufgezeigt und an konkreten Aufgabenstellungen erprobt werden. Unter Heranziehung Neuer Medien (Diskussionsforen, Wikis) wird kollaboratives Lernen und interaktives Arbeiten trainiert. Dabei ist darauf zu achten, dass verschiedene Kriterien und Anforderungen der Gestaltung von Texten in Printmedien (Pressemeldung, Bericht, Programmeinführung, Rezension, musikliterarischer Essay) in entsprechender Weise erfüllt und berücksichtigt werden.



Genormte Blicke, widerständige Körper FWF (Künstlerischer Gruppenunterricht)
Julischka Stengele
Reiterkaserne EG 17, Ensembleraum 2

Feld: Körper - Raum - Blickregime - Performance - Darstellung / Abbildung / Beschreibung

Inhalt dieser Lehrveranstaltung ist die Reflexion der Wahrnehmung und Darstellung unterschiedlicher Körper. Die Auseinandersetzung mit dem Blick, das Verhältnis von Schauen und Geschautwerden ist von zentraler Bedeutung. Insbesondere der Blick auf marginalisierte Körper aus ihrem eigenen Innen und von außen wird zum Ausgangspunkt und Gegenstand künstlerischer Erschließung innerhalb der LV. Sehgewohnheiten werden erweitert, gedachte / gefühlte Limits von Körpern werden herausgefordert und überwindbar gemacht. Künstlerische Portraits werden mithilfe des Tastsinns erstellt. Körperteile werden über ihre vertraute Funktion hinausgeführt und in neue künstlerische Zusammenhänge gebracht. Neue statt der der eingeübten Ordnungs- und Bewertungsmuster werden erschlossen. Bilder und Abbilder entstehen parallel, Darstellung(en) und Methoden werden gemeinsam als Akte von Macht erschlossen und daraus künstlerisches Herangehen entwickelt. Werkzeuge und Arbeitsmaterialien sind u.a. Texte, der eigene Körper und seine Sinne, Nacktheit, Imagination. Mit ihnen wird intersektionale, queer-feministische Repräsentationskritik in Bezug auf race, class, gender, ability, sexuality künstlerisch erschlossen.

Die Lehrveranstaltung vermittelt, wie queer-feministische Theorien und künstlerische Praxen zusammenwirken können. Normative Blicke auf Körper sowie Abbildungs- und Darstellungsmethoden werden kritisch befragt und dekonstruiert. Die künstlerisch-performativen Techniken sollen dazu dienen, neue Perspektiven zu entwickeln, sowie Wahrnehmung und Bewusstsein der Studierenden zu schärfen und so letztlich zu einer Erweiterung des Repertoires an Betrachtungsweisen und Gestaltungsmöglichkeiten führen.

Die Form ist dialogisch. Die Studierenden arbeiten praxisbezogen sowohl in der Gruppe, als auch zu zweit mit wechselnden Partner_innen und alleine. In den Übungen werden gezielt Handlungen am und mit dem eigenen Körper vollzogen. Nach den Übungen folgen Phasen der Reflexion und Austausch der gerade gemachten Erfahrungen. Unterschiedliche Ausdrucksweisen (visuell/textuell/gestisch) und Arten der Wissensproduktion (theoriebasiert/erlebnisbasiert) sollen gleichermaßen gefördert werden und einander von beiden Richtungen aus ergänzen. Durch ein unmittelbares Aufeinandertreffen von Theorie und Praxis wird eine Wechselwirkung erzielt, welche zu einem vielschichtigen Erkenntnisgewinn führt. Gelesenes, Gehörtes und Gesprochenes wird in praktischen Übungen nachvollzogen, verinnerlicht und in seiner Dimension erweitert. Das Erfahren, Erspüren und Verstehen erfolgt auf einer Ebene, die sich der Versprachlichung entzieht im Sinne einer Body Intelligence und eines “Begreifens”. Umgekehrt sollen gemachte Erfahrungen den Anstoß geben, um mit einem offeneren Blick erneut am Textmaterial anzuknüpfen.



(Auto-)Biographie, Erinnerung und die Konstruktion von Identität und Image (Vorlesung und Übung)
Mag.phil. Dr.phil. Michaela-Stefanie Krucsay
Palais Meran, Seminarraum Zi. 24

 

Biographien und Autobiographien prägen in hohem Maße das öffentliche Bild, das von MusikerInnen bzw. KomponistInnen vorherrscht. Auf der Basis von Zuschreibungen und Diskursen wie z.B. zu den „Geschlechtscharakteren“ im 19. Jahrhundert, zur Kreativität im Allgemeinen oder zur Genialität im Besonderen, die zum Teil bis in unsere Gegenwart nachwirken, verfestigen sich nicht nur Selbstbilder, die unter anderem in Egodokumenten nach außen getragen werden, sondern finden auch mehr oder weniger unmittelbar intendierte Prozesse der Image-Konstruktion statt. Die Lehrveranstaltung befasst sich in diesem Kontext mit der nicht immer eindeutigen Unterscheidung von Biographie und Autobiographie sowie dem Potential als auch den Gefahren beider Gattungen als musikhistorischer Quellen, wobei besonderes Augenmerk auf die Konstituierung von Selbst und Gender und deren Rezeption in der Öffentlichkeit gelegt wird. Die Basis dafür bildet eine intensive Auseinandersetzung mit ausgewählten Fallbeispielen vom „langen 19. Jahrhundert“ bis heute auf der Grundlage relevanter Theorien und Methoden aus dem Bereich der Musik- bzw. Kulturwissenschaft.

Entwicklung von Kompetenz im Umgang mit Quellen/Quellenkritik mit besonderem Augenmerk auf die Genderdimension; Aneignung grundlegender Kenntnisse aktueller Tendenzen, Theorien und Methoden biographischer Forschung in der Musikwissenschaft

Die Lehrveranstaltung gliedert sich in einen einführenden allgemeinen Teil, der sich mit den historischen und theoretischen Grundlagen des Themas befasst, sowie in einen vertiefenden Teil, in dem das gemeinsame Erarbeiten relevanter Primär- und Sekundärliteratur in Kleingruppen im Zentrum steht. Zentrale Fallbeispiele sind als Referate auszuarbeiten, aus denen eine abschließende schriftliche Arbeit hervorgeht.

 

Infos und Anmeldung unter KUGonline oder unter genderforschung(at)kug.ac.at

 



    Kommentare:

    Kommentar verfassen:

    * - Pflichtfeld

    *

    *



    *
    *


    Weitere Artikel:

    15.10.2019

    Julia Mihály: signalegraz Lecture und signalegraz Konzert - 23. und 24. Oktober 2019

    Veranstaltungen des Institut 17 - Elektronische Musik und Akustik   signalegraz Lecture mit...


    08.10.2019

    Konzert des Kammermusikprojekts "Spiegelungen" - 15.10.2019

    Institut 14 - Musikästhetik gemeinsam mit dem Zentrum für Genderforschung und dem Institut 2 -...


    01.10.2019

    Symposium: Musikerinnen in der Region - Handlungsräume und ihre Akteurinnen in der Steiermark - 28. - 29.10.2019

    Musikerinnen in der Region – Handlungsräume und ihre Akteurinnen in der Steiermark   28. -...


    24.09.2019

    Gastvortrag von Angelika Silberbauer: "A Future for English Music" - europäische Kulturpolitik um 1900 und Ethel Smyths Selbstpositionierung drch ihre Oper The Wreckers

    Angelika Silberbauer: "A Future for English Music" - europäische Kulturpolitik um 1900...


    13.09.2019

    Vergabe der Gender-Preise

    Die diesjährigen Gender-Preise gehen an: Francesca Agostinis für ihre Bachelorarbeit mit dem...


    12.09.2019

    Ausschreibung Senior Scientist (w/m) mit Doktorat (Ersatzkraft) für Musik - und/oder Theaterwissenschaft

    An der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, Zentrum für Genderforschung, gelangt ab...


    09.09.2019

    Vergabe von Forschungsstipendien der WKO Steiermark

    Auch im Studienjahr 2019/2020 wird die WKO Steiermark wieder 20 Forschungsstipendien à 2.100 Euro...


    19.08.2019

    Musik – Gender – Manga

    Musik – Gender – Manga Interdisziplinärer Workshop an der Universität für Musik und darstellende...


    05.08.2019

    Ausschreibung als Referent_in am Referat Genderforschung an der Uni Wien

    An der Universität Wien (mit 20 Fakultäten und Zentren, 178 Studienrichtungen, ca. 9.800...


    15.07.2019

    Ausschreibung von Dissertationsstipendien

    Gender-Dissertationsstipendien Die Kunstuniversität Graz (KUG) vergibt ab Wintersemester 2019/20...


    12.07.2019

    Ausschreibung der Gastvorträge für das WS 2019/2020

    Gastvorträge im Bereich der Frauen- oder Genderforschung Gastvorträge zu diversitätsbezogenen...


    26.06.2019

    Gender@Workshop #7 - 01.07.2019

    Gender@Workshop #7 Vielfaltssensible Hochschullehre Diversitäts- und Gendersensibilität sind...


    24.06.2019

    Vortrag: "From Laoconte to Cristiano Ronaldo. What is new about 'new' masculinities? (power, privilege, body and care)" - 25.06.2019

    Aus der Reihe "Brennpunkt: Diversität": "From Laoconte to Cristiano Ronaldo....


    24.06.2019

    Stellenausschreibung am Zentrum für Genderforschung: Studentische Mitarbeiterin/ Studentischer Mitarbeiter (4 Std.)

    An der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, Zentrum für Genderforschung, gelangt ab...


    19.06.2019

    Geschlechterforschung Uni Graz. Internationales Fellowship-Programm

    Geschlechterforschung Uni Graz. Internationales Fellowship-Programm Call 2020 / 2021 An der...


    28.05.2019

    Aus der Reihe "Künstlerinnen": Schönbergs Schülerinnen: "...vielleicht wird man von einigen von denen etwas einmal hören" - 03.06.2019

    Aus der Reihe "Künstlerinnen" Schönbergs Schülerinnen: "... vielleicht wird man...


    28.05.2019

    SONify! Festival of Music and Artistic Research

    SONify! is a festival of music that presents the artistic production developed by musicians and...


    27.05.2019

    Gastvortrag von Rosa Reitsamer: "Musikästhetik, Gender, Popmusik im Third Wave Feminismus" - 27.05.2019, 18:00 Uhr

    Rosa Reitsamer: "Musikästhetik, Gender, Popmusik im Third Wave Feminismus"Wann:...


    20.05.2019

    Gastworkshop von Monika Żyla: "Gender and Diversity Politics of New Music" - 24.05.2019

    Monika Żyla: "Gender and Diversity Politics of New Music" (Gastworkshop)Wann: 24.05.2019,...


    03.05.2019

    Gastvorträge KUWI Graz Mai/Juni 2019

    Die Kooperation KUWI Graz (Kunstwissenschaften Graz der Uni Graz, TU Graz und KUG) veranstaltet in...