Ein Tag für Brigitta Muntendorf

Wann: 18.10.2021, 17:00
Wo: Florentinersaal, Palais Meran

In Kooperation mit dem Institut 14 - Musikästhetik

"Brigitta Muntendorf als Komponistin der Gegenwart" – Vortrag von Dr. Karl Katschthaler

Der Vortrag ist für Musikwissenschaft aktuell anrechenbar!

20:00 MUMUTH Proberaum

"Brigitta Muntendorf in Focus" – Konzert in Kooperation mit Open music Graz

http://www.openmusic.at/programm/2021/18102021.html 

Ziel des Vortrags ist es, die Arbeit der Komponistin Brigitta Muntendorf vorzustellen, im Feld der zeitgenössischen Komposition zu verorten und dabei das Besondere ihres kompositorischen Ansatzes herauszuarbeiten. Versucht man sich einen Überblick über das vielfältige Werk von Muntendorf zu verschaffen, fällt einem schnell auf, dass sie ‚Komposition‘ in einem erweiterten Sinn versteht, als eine künstlerische Tätigkeit, die das Klangliche, das Visuelle und das Theatrale nicht einfach nebeneinanderstellt, sondern als integrale Ebenen enthält. Ausgehend von dieser Beobachtung habe ich Brigitta Muntendorf einmal als „intermedia composer“ bezeichnet. Intermedialität ist aber nur ein Aspekt, der Muntendorf mit einigen Tendenzen in der zeitgenössischen Musik verbindet wie etwa Gegenwärtigkeit, New Discipline, Neuer Realismus. Allerdings erschöpfen sich Muntendorfs kompositorischer Ansatz und ihre Arbeit keinesfalls in diesen Bezügen. Um dies deutlich zu machen, werde ich einige ihrer Werke aus verschiedenen Phasen ihrer Karriere entlang von drei Kategorien betrachten, wobei die Reihung dieser Kategorien nicht unbedingt eine zeitliche Abfolge suggerieren sollen, denn sie überschneiden einander in der Arbeit von Brigitta Muntendorf. Diese drei Kategorien sind theatrale Komposition, interdisziplinäre Komposition und soziale Komposition, ein Begriff, den Brigitta Muntendorf in Bezug auf ihre Arbeit selbst eingeführt hat und der insbesondere für ihre andauernde kompositorische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Phänomenen wie sozialen Netzwerken, Öffentlichkeit und Privatheit und „mixed reality“ von Belang ist.

 

Karl Katschthaler studierte Germanistik und Geschichte in Innsbruck und in Regensburg. Derzeit ist er außerordentlicher Professor am Institut für Germanistik der Universität Debrecen (Ungarn) und unterrichtet Literatur- und Kulturgeschichte, interkulturelle Kommunikation und Übersetzung. Seine Forschungsschwerpunkte sind Multi-, Trans- und Intermedialität in Literatur, Musik und Theater, die Ästhetik der Musik und die Geschichte der Moderne. Er hat Studien zur Klangkunst (Annea Lockwood), zur Neuen Musik (György Kurtág, Luigi Nono und Wolfgang Rihm), zu Musik / Performance / Theater (John Cage, Jennifer Walshe, Brigitta Muntendorf, Romeo Castellucci) und zur musikalischen Narrativität veröffentlicht. Er forscht auch in literaturwissenschaftlichen Bereichen wie Autobiographie / Autofiktion, Shoah-Literatur und ethnografische Literatur.

Unter dem Künstlernamen Ausgesuchtestenohren betreibt er ein Soloprojekt, das sich mit Klangkomposition und elektroakustischer Musik beschäftigt. Neben Klängen, die aus seiner jahrelangen Field-Recording-Praxis stammen, verwendet er sowohl den Computer als auch akustische Klangquellen wie das präparierte Klavier und diverse gefundene Objekte. Seine musikalische Praxis steht der Musique concrète nahe und überschneidet sich immer wieder auch mit minimalistischen musikalischen Genres wie Ambient, Noise und Drone.

 

Zeitungsberichte

Kronenzeitung_12.10.2021
Kleine Zeitung_18.10.2021

Fotos