Das ethnographische Ich. Autoethnographische Identitätserkundungen für Musikolog*innen und Musiker*innen. (VU)
Vortragende*r: Susanne Sackl-Sharif
Angeboten als GWF im Masterstudium Musikologie, Schwerpunkt Ethnomusikologie
Angesiedelt am Institut 13

Autoethnographische Zugänge verstehen Forschung als einen politischen Akt, in dem über reflexive Beschreibungen und systematische Analysen persönlicher Erfahrungen, kulturelle und soziale Zusammenhänge sichtbar und besser verstanden werden können. Es handelt sich um Forschungs- und Schreibansätze, die autobiographische und künstlerische Methoden mit ethnographischen verknüpfen, mit dem Ziel, sich selbst und andere für Fragen der Identitätspolitik und für Erfahrungen, die ansonsten in Schweigen gehüllt sind, zu sensibilisieren. Autoethnographische Zugänge fokussieren somit nicht nur auf ein Endprodukt, sondern insbesondere auch auf reflexive Prozesse bei Produzierenden wie Rezipierenden und eignen sich daher bestens für die Analyse von Geschlechtsidentitäten.

Neben einer allgemeinen Einführung in Grundlagen der autoethnografischen Forschung im Kontext Gender wird im Rahmen dieser Lehrveranstaltung ein Fokus auf das ‚ethnographische Ich‘ (Ellis 2004) der Teilnehmenden gelegt. Die Teilnehmenden der Lehrveranstaltung werden dazu eingeladen über eigene Geschlechtsidentitäten als Musikolog*in oder Musiker*in autoethnographisch zu forschen, wobei der spezifische inhaltliche Fokus (z.B. Sexualität, Wahrnehmung des eigenen Körpers, Geschlechterrollen) je nach Interesse und Bedürfnis selbst gewählt werden kann. Über das Beschreiben des autoethnographischen Prozesses in Form eines Forschungstagebuchs sowie einer kleinen wissenschaftlichen Analyse (digitale Ethnographie) zum selbstgewählten Thema soll bis zum Ende der Lehrveranstaltung im Übeteil der Lehrveranstaltung eine schriftliche Reflexion erstellt werden, in der die wesentlichen Erkenntnisse festgehalten werden.

Weitere Informationen und Termine finden Sie hier.