Künstlerin des Monats Oktober 2021:

Brigitta Muntendorf

Foto: Frederike Wetzels

Die deutsch-österreichische Komponistin Brigitta Muntendorf (*1982 Hamburg) studierte Komposition bei Younghi Paagh-Paan an der Hochschule für Künste Bremen sowie bei Krzysztof Meyer, Rebecca Saunders und Johannes Schöllhorn an der Hochschule für Musik und Theater Köln. Arbeitsstipendien führten sie an die Cité Internationale des Arts Paris (2010), die internationale Ensemble Modern Akademie (2012), die Villa Concordia Bamberg (2014/15) und die Villa Kamogawa Kyoto (2017). 2014 erhielt sie den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung, verbunden mit der Veröffentlichung ihrer CD It may be all an illusion. Zuletzt wurde sie 2017 mit dem Deutschen Musikautorenpreis der GEMA in der Sparte Nachwuchs ausgezeichnet.

2009 gründete Brigitta Muntendorf das zehnköpfige Ensemble Garage, mit dem sie als Komponistin und künstlerische Leiterin eng verbunden ist und intermediale Konzerte sowie experimentelle Musiktheaterproduktionen mit Werken anderer junger Komponist*innen im In- und Ausland realisiert. Seit 2013 unterrichtet sie Komposition an der Universität Siegen und ist seit 2017 zudem Professorin für Komposition an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Darüber hinaus kuratiert Muntendorf seit 2013 die Reihe FRAU MUSICA NOVA im Deutschlandfunk Köln.

Brigitta Muntendorf schreibt eine Musik, die intermedial und durch vielschichtigste Bezüge über sich selbst hinaus auf ein erweitertes Kunst- und Ausdrucksspektrum verweist. In ihrer kompositorischen Arbeit und als künstlerische Leiterin des Ensemble Garage forscht sie in offenen Versuchsanordnungen: Musik erscheint dabei nicht als reine Klangkunst, sondern als soziales und ästhetisches Handlungsfeld in einer von neuen medialen Phänomenen geprägten Gesellschaft. In vielen ihrer Werke spiegeln sich Brigitta Muntendorfs Auseinandersetzungen mit Kommunikation im Realitäts-Virtualitäts-Kontinuum. Beispielsweise werden in der Serie Public Privacy, einer auf sechs Teile angelegten und 2013 begonnenen Reihe, Amateur-Musikvideos von Youtuber*innen mit in Echtzeit agierenden Musiker*innen auf der Bühne kombiniert. Eine enge Zusammenarbeit verbindet Brigitta Muntendorf mit der Choreografin Stephanie Thiersch. Im Auftrag der Philharmonie Köln und der Bundeskulturstiftung präsentierten sie CITY DANCES von Anna Halprin, ein 2016 den gesamten Stadtraum von Köln und 2018 von Birmingham bespielendes Happening. 2019 feierten sie mit Bilderschlachten, einem Werk für die Tanzkompagnie Mouvoir, das Orchester Les Siécles und das Asasello Quartett in Nîmes und beim Beethovenfest Bonn Premiere.

Im Zentrum von Brigitta Muntendorfs ARCHIPEL (UA Ruhrtriennale/Festival Theater der Welt 2021), welches in Zusammenarbeit mit Stephanie Thiersch und dem japanischen Architekten Sou Fujimoto entstanden ist, steht ein Kunstbegriff, der Synästhesie und Transdisziplinarität in den Fokus rückt. In anderen aktuellen Projekten wie Forest of Breath und Covered Culture konzentriert sie sich auf audiovisuelle und 3D-Sound Installationen.

Quelle: https://www.brigitta-muntendorf.de/

Foto: Frederike Wetzels

Veranstaltung: "Ein Tag für Brigitta Muntendorf"