Künstlerin des Monats April 2021:

Cora Frost

Cora Frost ist eine Sängerin, Schauspielerin und Autorin, und seit seiner Jugend eng mit Graz verbunden. Frost hat in Filmen, Theateraufführungen, Liederabenden, Performances und allen Zwischentönen der Bühne (mit allen Zwischentönen des Geschlechts) gespielt, und dabei mit so unterschiedlichen Personen wie Hito Steyerl, Thomas Hermanns, Tim Fischer, Gianna Nannini, Katja Riemann, Marianna Sägebrecht, Julia Gräfner, das Helmi, Theater Thikwa und Georgette Dee zusammengearbeitet. Cora tritt in Nightclubs und Nationaltheatern auf, inszeniert eigenwillig-schräge Shows, von Manaus nach Paris, Amsterdam bis Ägypten, von Florida bis zur Mecklenburgischen Seenplatte.

Dabei ist es nicht nur seine Stimme die zwischen out of this world und out of this time changiert und mit der er sein Publikum in Bann schlägt, sondern auch die märchenhafte Erzählweise, die poetisch im besten Sinne ist und in der jedes Wort eine neue Welt eröffnet.[1] Das Spiel mit Geschlechterrollen gehört für Frost immer dazu. Cora Frost spielt mit den Facetten und Klischees von Frausein und Weiblichkeit. Peter Frost ist der Name, wenn es um die hohe Kunst des Herrendarstellens geht, der sich Frost schon seit jungen Jahren verschrieben hat.

Mehrfach hat Frost in den letzten Jahren auch am Schauspielhaus Graz als Regisseurin gearbeitet. Die „brachialfeministische Traumperformance“Ich, Tatortkomissarinnen mit den Rabtaldirndln und Julia Gräfner, wie auch – ebenfalls mit Gräfner – SHOWGIRLS. Ich bin etwas jähzornig, weisst du. Das ist nur meine unsicherheit. du bist ein liebes äffchen. Und als wir in der letzten Zeit nicht ins Theater gehen konnten, hat uns die Frost die Wärme ins Herz zurückgesungen und aus dem Berliner BKA gestreamt, zuletzt im Februar mitSEXYSAD. Die traurigsten Lieder der Welt – oder: Wenn der Postmann nicht mehr klingelt.

Am 26. April um 17:00 Uhr berichtet im Rahmen der Vortragsreihe Künstlerinnen der ZfG-Mitarbeiter Eike Wittrock aus seiner Forschung zur queeren Theater- und Performancegeschichte und spricht über Cora Frost – die frühen Jahre: seine Zeit bei der Ballettschule Reinisch in der Schönaugasse und warum Graz für Cora ein mystischer Ort ist, frühe Performances wie den Strip-tease und die gemeinsame Zeit mit Georgette Dee in Münchner Nachtclubs in den frühen 80ern.

Der Vortrag findet online via Zoom statt. Link: https://kug-ac-at.zoom.us/j/92603397760?pwd=OGFoOHAyckdENVFpRjBQTWhzM2Y0dz09 (Meeting-ID: 926 0339 7760, Kenncode: 009590)

www.corafrost.de


[1] Wie z.B. das Pronomen „er“, das die Künstler*in jetzt verwendet: die grammatikalische Verwirrung, die z.B. zwischen Wörtern wie „Frau“ oder „Sängerin“ und dem Pronomen „er“ entsteht, ist dabei eine bewusste Strategie der sprachlichen Verunsicherung.

| 2 Stars und Ballettschule Reinisch: Eike Wittrock 2021