Mai 2020 - Hedi Gigler-Dongas

Hedi Gigler-Dongas, geboren am 19. Feburar 1923 in Berlin (D) als Tochter der Komponistin Grete von Zieritz und des Journalisten Herbert Gigler, war Violinistin, Pianistin, Musikpädagogin und Autorin. Vom zweiten Lebensjahr an wuchs sie in Graz bei ihren Großeltern väterlicherseits auf, die ihr ein finanzkräftiges und in der regionalen Kulturszene gut vernetztes Umfeld boten. Die musikinteressierte Großmutter Maria Gigler, geb. Kožar, initiierte früh eine intensive Ausbildung der Enkelin am Klavier und ihrem späterem Hauptinstrument, der Geige. Als erste Violinlehrer sind Karl Krehahn und – in eingeschränkterem Maße – Jenö von Hubay belegt. Ab etwa 1936 erhielt Hedi Gigler zusätzlich Unterricht bei der Violinvirtuosin Marie Soldat-Roeger, die eine wichtige Vorbildfunktion für sie einnahm. 1939 setzte sie ihr Studium an der Berliner Hochschule für Musik fort (Klavier bei Carl Adolf Martienssen, Violine bei Gustav Havemann und Komposition bei Paul Höffer). Es folgte ein Jahr Unterricht bei Ernst Morawec an der damaligen Reichshochschule für Musik Wien, ehe Gigler sich zwischen 1942 und 1944 bei Georg Kuhlenkampff in Potsdam weiterbildete. 

1948 war Hedi Gigler als Violinistin Preisträgerin der internationalen Wettbewerbe in Genf und Scheveningen, 1951 errang sie den sechsten Platz des „Concours Reine Elisabeth“ in Brüssel sowie den zweiten Preis beim Wettbewerb „Marguerite Long - Jacques Thibaud“ in Paris. Mehrere Einspielungen für den Rundfunk erfolgten; auch setzte sie sich für die Werke zeitgenössischer Komponisten ein. Als Violinpädagogin war Gigler 1943/44 an der „Staatlichen Hochschule für Musikerziehung in Graz-Eggenberg“ tätig, später dann u.a. am Kärntner Landeskonservatorium und am Bergischen Landeskonservatorium Wuppertal. 1963 schloss sie die Ehe mit dem griechischen Arzt Perikles Dongas, den sie während einer Konzertreise nach Athen kennengelernt hatte. Auf Basis ihrer langjährigen Unterrichtstätigkeit entwickelte Hedi Gigler-Dongas eine Geigen- und „Körperschule“, die sie „Orthokinetik“ bzw. „Autognosie“ nannte. Unter dem Pseudonym Medardus Moeller veröffentlichte sie u.a. in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mehrere humoristisch-kritische musikalische Glossen. 

Hedi Gigler-Dongas‘ Lebensmittelpunkt blieb Berlin, wo sie am 19. Februar 2017 verstarb.

 

Quellen und Literatur:

Grünberg, Karl: „,Nie wieder diese Geige“, 18. Mai 2017, Tagesspiegelonline, URL: www.tagesspiegel.de/berlin/nachruf-auf-hedi-gigler-dongas-geb-1923-nie-wieder-diese-geige/19823432.html

Nachlass Hedi Gigler-Dongas

 

(Text verfasst von Dr.in Michaela Krucsay)