August 2019 - Mirela Ivičević

Künstlerin des Monats August 2019: Mirela Ivičević

Mirela Ivičević, geboren 1980 in Kroatien, Komponistin

Geboren 1980 in Split/Kroatien, Studium der Komposition und Musiktheorie an der Musikakademie Zagreb bei Željko Brkanović, postgraduale Studien Medienkomposition und angewandte Musik bei Klaus-Peter Sattler an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) sowie Komposition bei Beat Furrer an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Kompositionskurse in Österreich und in den Niederlanden bei Georges Aperghis, Georg Friedrich Haas, Julia Wolfe, Luis Andriessen u. a. Parallel zu den Kunststudien absolviert sie das Masterstudium Kulturmanagement an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien; Co-Kuratorin und Produzentin des Festivals zeitgenössischer Musik DANI NOVE GLAZBE in Split, seit 2014 Co-Kuratorin des Festivals UNSAFE & SOUNDS sowie Mitbegründerin des Ensembles The Black Page Orchestra in Wien.
Den wesentlichen Teil ihres Schaffens bilden konzeptuelle und intermediale Werke, die sich oft mit der Rolle des Klangs im soziopolitischen Kontext beschäftigen und in denen sie mittels sampling-ähnlichen Prozessen mit Text und klanglichen Abfallprodukten der zeitgenössischen Gesellschaften arbeitet.

„Meine Musik ist Sonic Fiction, die aus Realitätssplittern besteht, entführt aus ihrem natürlichen Umfeld in eine surreale Welt, mit dem Ziel, aus ihnen alternative Klangkonstellationen und Erlebnisse zu schaffen, die helfen können, ihren Wirklichkeitsursprung besser zu verstehen oder zu transformieren.“ So entstehen Werke, die ebenso vielschichtig wie ihre realen Bezugspunkte sind, ihre Gestalt rasch ändern oder vielleicht sogar ins Gegenteil umschlagen. Populärmusikalische Elemente sind folglich ebenso zu finden wie Geräuschhaftes, klassische Versatzstücke oder kompliziert komponierte Kontexte. Teils spricht rein Instrumentales mit heterogenen Elementen für sich und überlässt die Interpretation der vielfachen Verweise ihren HörerInnen. In Werken wie der Orgy of References führen sich Referenzen – in diesem Fall von Lebensläufen – auf witzige Weise ad absurdum. Und so fusionieren Kritik und Humor mit handwerklicher Sicherheit und gestalterischem Gespür.

Im Sommersemester 2018 gab Mirela Ivičević im Rahmen der KUWI-Lehrveranstaltung „Dis/ability in musikalischen Kontexten des 20. und 21. Jahrhunderts – Zwischen Moderne, Postmoderne und Metamoderne“ an der KUG einen Gastvortrag mit dem Titel "Komponieren als Empowerment oder Das subversive Potenzial von Klang".

Mirela Ivičević ist mit dem Erste Bank Kompositionspreis 2019 der Stadt Wien ausgezeichnet. Das Werk wird vom Klangforum Wien gespielt und die Uraufführung findet im Rahmen von Wien Modern am 13. November statt.

 

Quellen:

https://styriarte.com/artists/ivievi/

https://cargocollective.com/mirelaivicevic/About

https://www.musicaustria.at/neue-musik-ist-kein-genre-es-ist-eine-denkart-mirela-ivicevic-im-mica-interview/

https://soundcloud.com/missbitterton